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Beitrittserklärung

Ursprünglich war Haus Borgloh ein einfaches Bauernerbe in Ebbendorf im Kirchspiel Borgloh, das den Holtgrewes gehörte. 1461 erhielt es Engelbert von Glane vom Bischof von Osnabrück als Lehen, später dessen Enkel gleichen Namens, der es an Albrecht von Cappel verkaufte. Mit Vinkemanns Erbe, der Mitgift seiner Frau Lücke v. Roland, vergrößerte er das Gut erheblich und schaffte sich damit einen ansehnlichen Besitz.

Albrecht Cappel war Bischöflicher Drost, und als Einnahme aus seinem Amt hatte er sich die Ausbeutung der Landesherrlichen Kohlenbergwerke zu Borgloh gesichert. Aber sie brachte ihm nur spärlichen Gewinn. Seine erbberechtigte Tochter Helene ehelichte Heinrich von Bischof, der aufgrund der Größe des Gutes 1592 erstmalig in den Osnabrücker Landtag einziehen durfte. Seine Ehe blieb jedoch kinderlos, so dass seine Witwe Haus Borgloh ihrem Vetter Jobst Wilhelm von Cappel  zu Wallenbrück und Huntemühlen vermachte. 

Nach dessen Tod ging 1664 das Gut über an Dr. jur. Johann Itel von Schorlemer. Er war Gograf zu Iburg und Osnabrück, Advocatus patriae und Syndikus des Osnabrücker Domkapitels. Sein Enkel Heinrich Wilhelm, ebenfalls Gograf zu Iburg, dessen Geschwister Miteigentümer des Gutes waren, brachte das Besitztum durch die Abfindungen an den Rand des finanziellen Ruins. Sein Bruder Arnold Ludwig von Schorlemer übernahm dann das Gut und wurde nach dem Tod Heinrich Wilhelms (1755) alleiniger Besitzer. Er trat es jedoch 1759 seinem Bruder Johann Itel ab, der Reichspfennigmeister zu Wetzlar war. Finanziell war Haus Borgloh nun nicht mehr zu halten. Deshalb musste es 1760 für 11.589 Taler an Clamor Adolf Theodor v. dem Bussche-Hünnefeld verkauft werden.

Die Brüder v. Schorlemer blieben jedoch auf Haus Borgloh wohnen. Die Sage erzählt, dass Isel (Johann Itel) und Orend (Arnold Ludwig) sich zum Schrecken der ganzen Gegend entwickelt. hatten, dass sie ein wüstes und gottloses Leben geführt und auf ihren Jagdzügen weder Tiere noch Saaten der Bauern verschont hätten. Sogar Grenzsteine der Nachbarn hätten sie zu ihren Gunsten versetzt. Aber die Strafe blieb nicht aus. Ihrem Treiben wurde durch einen frühen Tod ein jähes Ende gesetzt. Nun müssen sie, so erzählt die Sage weiter, zur Sühne in stürmischen Nächten zur Geisterstunde die schwere Last eines Grenzsteines im Kaffsack, einem Hohlweg in Borgloh, herumschleppen und die Vorübergehenden anrufen: „Wo sall ick en lauten?“ (Wo soll ich ihn lassen?) Da bisher noch niemand gewagt hat, ihnen zu antworten, wird der Spuk wohl noch eine Weile weitergehen. Die beiden Brüder liegen links vor den Stufen zur Taufkapelle der Borgloher Kirche begraben.

Bis zum Jahre 1879 verblieb Haus Borgloh im Besitze des Freiherrlich v. dem Bussche-Hünnefeldschen Stammlegates (Vermächtnis im Sinne des Erbrechtes). Dann wurde es an eine Gruppe Borgloher Colonen (Bauern) verkauft, die es untereinander aufteilten. Das Herrenhaus mit einigen Ländereien, das an Schürmeyer gefallen war, verkaufte dieser 1881 an den Bauern Heinrich Frerich, dessen Urenkel Heiner heute noch der Besitzer ist.

Das heutige Herrenhaus ist ein schlichtes einstöckiges Gebäude aus dem Jahre 1780. Vor dem Haus befindet sich das Wappen der Familie von dem Bussche. Die früheren Gräften sind längst zugeschüttet, aber die Hofanlage ist auch heute noch ein schmuckes Besitztum.

Heutiger Besitzer: Heiner Frerich, Ebbendorf, Ebbendorferstraße 18, 49176 Hilter-Borgloh