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Abseits vom Dorf Gesmold liegt eine großräumige Schlossanlage. Ursprünglich war das Dorf selbst der Stammsitz der Herren von Gesmele, einem Geschlecht, das in der kurzen Zeit seiner Blüte zu den bedeutendsten des Osnabrücker Landes zählte.

Wegen andauernder Überfälle auf ihr wohlhabendes Dorf  erwirkten die Gesmeles das Recht, eine feste Burg zu errichten. Auf mächtigen, nahe der Else in den morastigen Untergrund eingerammten Eichenstämmen entstand ein viergeschossiger quadratischer Wohn- und Wehrturm, um den herum die Wirtschaftsgebäude erstellt wurden. Hier schien ihnen der sicherste Ort zu sein. Drei breite Gräften schützten die Burg, darüber hinaus entwässerten sie rundherum das Gelände und machten es einigermaßen begehbar.

Der mächtige Turm hat im Kellergeschoss eine Mauerstärke von 2,60 m, die sich nach oben verjüngt. In der Mauer befindet sich eine schmale Fluchttreppe, um bei Gefahr leicht von Stockwerk zu Stockwerk bis unter das Walmdach zu gelangen. Das Kellergeschoss des Turmes weist ein flaches Kreuzgratgewölbe auf. Die drei Stockwerke bestehen  jeweils nur aus einen Raum, die heute als Speisezimmer, Bibliothek und Archiv dienen. Die vier Evangelisten auf dem Turmdach erinnern an die Zeit, als Schloss Gesmold ein bischöfliches Tafelgut (1608-1664) war.

Bernhard v. Gesmele zog 1215 auf Kreuzfahrt ins Heilige Land. Seine Nachkommen traten aus dem Freienstande in die Dienstmannschaft des Bischofs von Osnabrück über und wurden zu Ministerialen

Gegen 1400 starb die Familie der Gesmeles aus, d.h. wegen fehlender männlicher Nachkommen vermachten die Töchter ihren Lehnsbesitz jeweils ihren Ehemännern. Die Haupterben wurden die Freiherren von dem Bussche. Aber schon bald fingen sie ernsthafte Händel mit dem Bischof von Osnabrück an, die zwei Generationen andauerten. Bischof Johann III von Osnabrück befahl schließlich, die Burg zu zerstören. Aber der gewitzte Sweter v. dem Bussche hatte die Ravensberger zu Hilfe gerufen und den Angriff abgeschmettert. Erst nach dem Tode dieses streitsüchtigen Menschen (1460) kehrte wieder Ruhe und Ordnung ein.

Die Erbtochter Anna v. dem Bussche heiratete Hermann von Amelunxen, den jungen Drost des Amtes Grönenberg und Freund des Kaisers. Er gestaltete die Burg 1544, wie es damals Mode war, in eine weitläufige Schlossanlage um. An den Turm fügte er einen Nordflügel und daran ein zweigeschossiges Herrenhaus im Renaissancestil, dazu zwei hohe Wehrmauern  mit einem stumpfen Gefangenenturm im Schnittpunkt. Dieses „herrliche“ Gesicht hat das Schloss bis heute bewahrt.

1608 wurde wegen Verschuldung der Gesamtbesitz an das Hochstift Osnabrück als bischöfliches Tafelgut des Fürsten Philip Sigismund verkauft. Im 30jährigen Krieg erhielt das Schloss zusätzliche Befestigungsanlagen und diente zugleich als Zufluchtstätte des Bischofs.

1664 vermachte der evangelische Bischof Ernst August I seinem Hofmarschall Georg Christoph v. Hammerstein sein Tafelgut Gesmold und erhielt dafür dessen Güter Scheventorf und Schleppenburg, die in der Nähe seines Iburger Schlosses lagen. Der neue Eigentümer war darauf bedacht, Schloss Gesmold noch prächtiger zu gestalten und fügte neue Mauern, Galerien, Plastiken und Wappen hinzu und ersetzte das baufällige Torhaus  durch einen herrlichen Barockturm. Bis heute sind die Freiherren von Hammerstein die Besitzer des Schlosses.

Heutiger Besitzer: Hans Adam Freiherr v. Hammerstein, Schlossallee 5, 49326 Melle
(Google: Schloss Gesmold)