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Beitrittserklärung

In der Straße von Sutthausen nach Georgsmarienhütte liegt rechts das alte Schloss Wulften, das urkundlich  1147  das erste Mal als Burg erwähnt wird. Damals waren die Herren von Lingen die Besitzer. 1394 ging die Burg über an den Propst zu St. Johann, Johann Gerhard von Buck, der sie zusammen mit seinem Bruder Amelung bewohnte. Dessen Enkel Friedrich v. Buck galt seiner Zeit als einer der gefürchtetsten Raubritter. Den Osnabrücker Bürgern fügte er zusammen mit seinem Sohn Gerd durch „Sengen und Brennen“ unermesslichen Schaden zu. Die Osnabrücker nahmen Rache und ihn und seinen Sohn gefangen. Sie sperrten beide in einen Turm, der heute noch Bucksturm heißt. Sie wurden beide zum Tode verurteilt, aber durch verwandtschaftliche Beziehungen zu einem Richter der Neustadt wieder auf freien Fuß gesetzt, nachdem sie Urfehde, also das endgültige Ende der Fehde, geschworen hatten.

1486 kam das Schloss in den Besitz des mit Friedrich verwandten Osnabrücker Domdechanten Lambert v. Snetlage. Der zahlte der Stadt 200 Goldgulden als Entschädigung für die Untaten Friedrichs, und die Stadt verpflichtete sich dafür, der Burg jederzeit Hilfe zu leisten, sobald sie belagert würde. Als sein Enkel Rudolf v. Snetlage den Besitz übernommen hatte, zeigte sich schnell, dass dieser ein schlechter Haushälter war, der trotz des reichen Brautschatzes, den seine Frau mit in die Ehe gebracht hatte, seiner hohen Schuldenlast wegen bald Konkurs anmelden musste, aber listigerweise schleunigst seinen Besitz seinem Sohn Giesebrecht vermachte. Der gab sich größte Mühe, die Schäden zu beheben, doch im Dreißigjährigen Krieg wurde Wulften dreimal von Kriegshorden besetzt und verwüstet. Als der Sekretär des Kapitels von St. Johann 1638 unbeglichene Forderungen auf Schloss Wulften eintreiben wollte, kam es zu Tätlichkeiten, wobei Giesebrechts Sohn Bernhard Georg von diesem mit einer Mistgabel tödlich verletzt wurde. Dessen Bruder Giesebrecht Jürgen übernahm bald darauf Schloss Wulften. Sein Andenken ist in Osnabrück erhalten geblieben durch seine Stiftung des Snetlagschen Knaben-Konvikts (1682), das lange Zeit noch als Konvikt des Gymnasiums Carolinum bestand.

Das Recht der hohen Gerichtsbarkeit, also die Entscheidung über Leben und Tod, ist für die Osnabrücker Rittersitze etwas sehr Ungewöhnliches und findet sich nur bei den Gütern Wulften und Gesmold. So ist zu verstehen, dass auf Wulftener Gebiet auf einem Hügel mit Namen „Halbmond“ früher ein Galgen gestanden hat.

1682 wurde Wulften an den Geheimen Rat Gustav Bernhard v. Moltke verkauft, der anfangs Domherr von Magdeburg, danach Oberstleutnant im Kriegsdienst, dann Schlosshauptmann beim Herzog von Celle war. Sodann wurde er Hofmarschall bei dessen Bruder, dem Herzog Johann Friedrich von Hannover, mit dem er zum Katholizismus übertrat, und letztendlich wurde er zum Drosten des Amtes Fürstenau ernannt. Seine Laufbahn war also bunt und abwechslungsreich. Weil er als Drost im Osnabrücker Land ansässig sein musste, kaufte er Schloss Wulften.

Er ließ das alte Burghaus abreißen, die Gräben zuschütten, die Sümpfe in Gärten umwandeln und errichtete in den Jahren 1682 bis 84 das heute noch stehende Schloss, einen
eindrucksvollen vornehmen Repräsentativbau. Der große Saal, der sich über beíde Obergeschosse erstreckte, war der Hauptraum in der Mittelachse;  Küche und Nebenräume waren ins Untergeschoss und die Kammern für das Dienstpersonal ins Dachgeschoss verlegt. Ein im Innern gelegener Treppenturm verband Küche und Saal. Die zweiflügeligen Türen der Repräsentationsräume lagen im Hauptgeschoss einander gegenüber  entsprechend dem französischen Vorbild „par enfilade“. Die Architektur des Herrenhauses hat eine frappierende Ähnlichkeit mit dem 1697 erbauten Osnabrücker Schloss, so dass wahrscheinlich dessen italienischer Baumeister auch beim Wulftener Herrenhaus mitgewirkt hat. Beim Umbau des Schlosses 1964 wurde das innere Gefüge völlig umgestaltet und Wohnungen geschaffen, das äußere Erscheinungsbild von 1686 blieb aber weitgehend erhalten.

1782 kaufte Freiherr Alexander v. Stael zu Sutthausen das Gut Wulften. 1848 folgte durch Heirat als Besitzer Graf v. Fürstenberg-Herdringen. 1917 ging es kurzfristig in Stahmerschen Besitz und im gleichen Jahr an Graf v. Galen zu Assen über, der es 1929 der Stadt Osnabrück verkaufte. 1962 nahm Karl Krone das Gut in seinen Besitz.

Anschrift: Gut Wulften, 49082 Osnabrück