Gellenbecker Mühle Hagen a.T.W.

© Jürgen Krämer

Eisenzeithaus Venne

© Gemeinde Ostercappeln

Saline Bad Rothenfelde

© Jürgen Krämer

Burg Scheventorf Bad Iburg

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Rulle

 © Jürgen Krämer

Georgsmarienhütte

© Stadt Georgsmarienhütte

Renkenoerener See Borgloh

© Gemeinde Hilter

Kirchhofsburg Bad Laer

© Tourismusverband Osnabrücker Land e.V.

Belmer Mühle

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Geologischer Lehrpfad in Hasbergen

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Bifurkation Melle-Gesmold

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Bahnhof Bohmte

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Königstraße 1 • Klosterpforte 49124 • Georgsmarienhütte 
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Beitrittserklärung

Menschen, die sich die Erde untertan gemacht haben, gestalteten die Landschaft – und sie tun dies immer weiter: Sie rodeten den Wald, begradigten den Fluss, deichten die Marsch ein und trugen Gestein ab. Und sie pflügen den Acker, ernten das Korn, pflanzen Obstbäume und jäten Unkraut im Garten. Es gibt Gegenden, in denen man meint, die Natur herrsche allein vor; solche Gegenden nennt man Naturlandschaften. Doch die Annahme ist eine Illusion, dass es hierzulande eine „reine“ Naturlandschaft gäbe. Zwar ist am Meer der immerwährende Wandel von Natur besonders gut zu erkennen. Aber die Gestalt der Küste ist auch sehr weitgehend von Menschen geprägt worden.

In anderen Gegenden hat man den Eindruck, Kultur würde alleine herrschen, in der Stadt, im Garten, im Park. Doch selbst in der Stadt kann man Natur erkennen: Zwischen den Häusern und sogar in den Pflasterritzen der Straßen wachsen Pflanzen. Vögel leben dort, brüten in Straßenbäumen. Der „Zahn der Zeit“, der am Gemäuer nagt, ist eine weitere Erscheinungsform von Natur. Die Natur lässt auch in der Stadt nichts beständig bleiben. In Gärten und Parks bestimmen die Menschen, wo Pflanzen wachsen. Das überall im Garten sprießende Unkraut zeigt, wie sehr dort die Natur präsent ist.

An der Küste wie im Gebirge, im Hügelland wie am Fluss stellten sich Menschen auf die Bedingungen der Natur ein und gestalteten „ihre“ Landschaft so, dass sie sich optimal nutzen ließ. Felder wurden eingeebnet und mit Wällen umgeben. Wiesen legte man in den Niederungen an, wo das Land bewässert werden konnte. Ebene Verkehrsweg baute man am Rand der Talniederungen. Windmühlen wurden nach Möglichkeit auf Hügeln errichtet, Wassermühlen an Flüssen und Bächen. Das Wasser wurde gestaut, so dass sich Teiche bildeten.

Mit moderner Technik wird man immer unabhängiger vom Gelände. Feuchtes Land kann man heute so gut drainieren, dass auch dort Felder angelegt werden, wo ehemals nur Grünlandwirtschaft möglich war. Wiesen müssen nicht mehr bewässert werden, um Mineralstoffe aufs Land zu bringen. Moderne Düngung scheint einfacher. Hecken, Wälle und Feldgehölze sind den Maschinen im Weg. Industrieanlagen müssen nicht mehr im Tal stehen, sie können auch mit Strom angetrieben  werden.

Vieles, was nicht mehr gebraucht wird, verschwindet. Transformatoren- und Bahnwärterhäuser, Mühlen, Fabrik- und Bergwerksanlagen werden abgerissen. Hecken und Feldgehölze werden gerodet, ehemals beweidete Wälder und die offene Heide entwickeln sich zu dichtem Hochwald, Wälle und Bewässerungsgräben  werden eingeebnet, die Konturen von mittelalterlichen Ackerstreifen werden undeutlicher. Alles, was entweder durch natürlichen Zerfall oder durch menschliche Zerstörung verschwindet, steht nicht mehr in einem funktionalen Zusammenhang, es wird nicht mehr genutzt und ist dann Relikt einer historischen Kulturlandschaft.

In vielen Fällen muss man sich fragen, ob wir die Elemente der historischen Kulturlandschaft nicht doch noch brauchen, obwohl wir sie nicht mehr nutzen: als Landmarken nämlich, die besonders charakteristisch für einen Landstrich sind. Feldgehölze und ehemalige Güterbahnhöfe sind reich an Tier- und Pflanzenarten. Vor allem aber kann ihre Existenz zur Identität von Landschaften beitragen. Menschen, die Elemente der historischen Kulturlandschaft wiedererkennen, erinnern sich an frühere Zeit. Ihnen wird dabei klar, wie sehr sich die Landschaft im Verlauf von Jahren oder Jahrzehnten ändert. Müssen wir uns also nicht gerade für die zunächst oft unscheinbaren Zeugnisse menschlichen Tuns in früheren Zeiten besonders einsetzen,  um die Identität von Landschaften zu wahren?

Mit Sicherheit kann nicht alles erhalten werden, was auf früheres menschliches Wirken hinweist. Aber es lohnt sich, darüber nachzudenken, was bleiben muss. Zu vielen der Elemente müssen die Geschichten gesammelt werden, die sich in ihrem Umfeld abgespielt haben. Die Bevölkerung und nicht etwa eine Behörde entscheidet, welche dieser Elemente unbedingt erhalten bleiben sollen, weil sie Bedeutung für die Identität einer Landschaft haben und deren Unverwechselbarkeit ausmachen.

In diesem Sinne richten der Niedersächsische Heimatbund und die ihm angeschlossenen  Heimat- und Verschönerungsvereine an die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land einen dringenden Appell zur Erhaltung unserer Kulturlandschaften.

Prof. Dr. Hans-Jörg Küster

Präsident des NHB