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Idylle am Venner Kirchplatz - HBOL 5.2020

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Wir freuen uns, dass Sie im Internet den Weg zu uns gefunden haben. Gerne informieren wir Sie über die Aktivitäten des Heimatbundes Osnabrücker Land (HBOL) und die Heimatpflege im Landkreis Osnabrück.

Geschichte und Technik hautnah erlebt

Zentrale Veranstaltung zum „Tag des offenen Denkmals“ in Bad Rothenfelde

BAD ROTHENFELDE (jk). Die zentrale Veranstaltung zum „Tag des offenen Denkmals“ im Osnabrücker Land fand jetzt in Bad Rothenfelde statt. Vom Heimatbund Osnabrücker Land e.V. (HBOL) in Zusammenarbeit mit dem Kreisheimatbund Bersenbrück e.V. (KHBB), dem Landkreis Osnabrück und dem Förderverein zum Erhalt der Bad Rothenfelder Gradierwerke e.V. ausgerichtet, bot die Veranstaltung den Teilnehmern interessante Einblicke in die Geschichte der örtlichen Solequelle und der beiden Salinen. Im Mittelpunkt standen dabei die Radkammer, deren Ursprung auf das Jahr 1774 zurückgeht, das neu geschaffene Wasserrad und der historische Solegang. Die Ausrichter beteiligten sich damit am bundesweiten Aktionstag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der in diesem Jahr unter dem Leitgedanken „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ stand.

 

Der Vorsitzende des Heimatbundes Osnabrücker Land, Jürgen-Eberhard Niewedde, griff in seinem Grußwort das Motto des diesjährigen Aktionstages auf. Er machte deutlich, dass historische Denkmale nicht isoliert betrachtet werden könnten, sondern vielfach Teil größerer technischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Zusammenhänge seien. Gerade die historischen Anlagen in Bad Rothenfelde zeigten beispielhaft, wie Infrastruktur über Jahrhunderte hinweg die Entwicklung eines Ortes geprägt habe. Die Radkammer und das Wasserrad stünden dabei stellvertretend für die technischen Lösungen früherer Generationen und machten anschaulich, wie eng die Nutzung der natürlichen Solevorkommen mit technischen Entwicklungen und der Geschichte des Ortes verbunden gewesen sei. Niewedde hob zugleich die Bedeutung solcher Veranstaltungen hervor, durch die Geschichte nicht nur vermittelt, sondern unmittelbar vor Ort erlebbar werde.

 

Der Bürgermeister der Gemeinde Bad Rothenfelde, Klaus Rehkämper, würdigte in seinem Grußwort insbesondere die Arbeit des Fördervereins zum Erhalt der Bad Rothenfelder Gradierwerke. Der Redner betonte in diesem Zusammenhang die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Bewahrung der historischen Anlagen und damit für die Identität und das Erscheinungsbild der Gemeinde. Ohne den Einsatz vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger sowie der beteiligten Vereine und Institutionen wäre es kaum möglich, die historischen Zeugnisse der Salinengeschichte dauerhaft zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Rehkämper verwies dabei auch auf die besondere Bedeutung der Gradierwerke für Bad Rothenfelde, die nicht nur ein wichtiges kulturhistorisches Erbe, sondern bis heute ein prägendes Wahrzeichen des Kurortes seien. Der „Tag des offenen Denkmals“ biete eine gute Gelegenheit, die Geschichte dieser Anlagen einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen und zugleich für ihren Erhalt zu sensibilisieren.

 

Der stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins zum Erhalt der Bad Rothenfelder Gradierwerke, Rüdiger Christoffer, stellte in seiner Ansprache insbesondere die neu gestaltete Radkammer mit dem darin installierten Wasserrad und das eigens geschaffene Präsentationsbauwerk in den Mittelpunkt. Beide Elemente verbinden die historische Substanz der Anlage mit einer zeitgemäßen Form der Vermittlung und machen die einstige technische Funktion der Radkammer für Besucherinnen und Besucher unmittelbar nachvollziehbar.

 

Der Redner erläuterte im Folgenden die historische Bedeutung der Anlage: Bereits 1774 wurde im Kurpark eine unterirdische Radkammer errichtet und darin ein Wasserrad als Energiequelle für die Pumpen des damals neuen Gradierwerks installiert. Das Wasser des Kolkbachs setzte das mittelschlächtige Wasserrad in Bewegung. Über die dabei gewonnene mechanische Energie konnten die Pumpen betrieben und damit die Sole für den Betrieb der Saline gefördert werden. Die Radkammer war somit ein wichtiger Bestandteil der technischen Infrastruktur, die für die Nutzung der Sole und den Betrieb der Gradierwerke erforderlich war.

 

Zum Abschluss des offiziellen Teils der Auftaktveranstaltung zog Dr. Rainer Drewes, Vorstandsmitglied des Kreisheimatbundes Bersenbrück e.V., ein positives Fazit. Mit Bad Rothenfelde habe man einen besonders passenden Ort für den diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ im Osnabrücker Land gefunden. Die historischen Gradierwerke, die Radkammer, das Wasserrad und der historische Solegang machten auf eindrucksvolle Weise deutlich, wie eng Denkmalpflege, Technikgeschichte und die Entwicklung eines Ortes miteinander verbunden seien.

 

Der „Tag des offenen Denkmals“ wird bundesweit seit 1993 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz koordiniert. Er ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days und hat sich zur größten Kulturveranstaltung Deutschlands für die Denkmalpflege entwickelt. Alljährlich am zweiten Sonntag im September öffnen tausende historische Gebäude, Anlagen und Orte ihre Türen und ermöglichen Einblicke, die im Alltag vielfach nicht möglich sind.

 

Die Idee geht auf eine Initiative des Europarats zurück. Die Kultusministerkonferenz der Länder befürwortete am 12. März 1993 die Durchführung des Aktionstags und begrüßte die Bereitschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die bundesweite Organisation zu unterstützen. Seitdem ist aus der Initiative ein bundesweites Netzwerk von Denkmaleigentümern, Vereinen, Initiativen und Denkmalpflegern entstanden.

Heimatjahrbuch

Das Heimatjahrbuch enthält Beiträge zur Volkskunde, Archäologie, Kunst- und Denkmalpflege, Geschichte, Natur- und Umwelt sowie Erzählungen und Gedichte über das Osnabrücker Land. Es wird seit 1974 jährlich gemeinsam vom Kreisheimatbund Bersenbrück und vom Heimatbund Osnabrücker Land herausgegeben. Finanzielle Förderung erhalten die Herausgeber dabei vom Landkreis Osnabrück.

NEU: Seit dem Jahrgang 2025 sind auch die einzelnen Beiträge als PDF zu erwerben. Unter dem Reiter "Literatur" können Sie diese PDF über das Anfrageformular bestellen.